Wie und wann Du deinen Hund impfen lassen solltest

Wie und wann Du deinen Hund impfen lassen solltest

29. Januar 2020 1 Von Abra

Alle Jahre wieder – die bange Frage: muss der Hund neu geimpft werden? Oder hält die Impfung noch? Hier gibt es unsere Tipps zum Impfen. Unsere Erfahrungen wie oft es nötig ist, welche Piekser tatsächlich wichtig sind und wie man es dem Labradoodle versüßt.

Demnächst müssen Cäsar und ich wieder zu der freundlichen Tierärztin. Der jährliche Pieks gegen Leptospirose ist fällig. Im Wartezimmer unserer Tierärztin drängen sich Frauchen und Herrchen von Katzen, Singvögeln und Hunden. Ich versuche immer einen Randplatz zu bekommen, damit Cäsar nicht so gestresst wird. Er verhält sich bei der Tierärztin erstaunlich ruhig. Wie übrigens fast alle Tiere, die dort warten.

Wie und wann Du deinen Hund impfen lassen solltest. Im Heimtierausweis werden Impfungen genau aufgezeichnet. Gerade für Reisen ins Ausland braucht dein Hund diesen Heimtierausweis mit den Impfungen.

Impfbuch und Heimtierausweis. Da stehen alle wichtigen Daten und die Impfungen drin.

Leckerli versüßt den Gang ins Behandlungszimmer

Mit einem kleinen Leckerli lässt sich Cäsar auch anstandslos ins Behandlungszimmer lotsen. Wenn dann aber die Tür hinter uns zugeht, bekommt er es mächtig mit der Angst zu tun. Mit eingezogenem Schwanz drückt er sich an mich. Das nutzt die Tierärztin in der Regel geschickt aus. Sie verpasst ihm die Impfung mit einer Mini-Spritze in die Seite. Cäsar zuckt meist kurz und hält dann aber still.

Wie und wann Du deinen Hund impfen lassen solltest. Cäsar im Behandlungszimmer der Tierärztin. Banges Warten auf die Impfung.

Cäsar im Behandlungszimmer – banges Warten auf die Impfung

Letztes Mal hat es den Labradoodle aber sehr an der Einstichstelle gejuckt. Auf dem ganzen Heimweg hat er immer wieder daran geleckt. Eine halbe Stunde später war das Jucken wieder vergessen. Trotzdem hat er sich anderthalb Stunden später erbrochen und wirkte matt. So eine Impfung kann eben auch den gesamten Kreislauf schwächen. Nach einem ruhigen Tag ist der Doodle am nächsten Morgen aber wieder fit wie ein Turnschuh. Offenbar hat sein Körper den Impfstoff nun verarbeitet.

Was kostet Impfen?

Die Kosten für Impfungen variieren von Tierarzt zu Tierarzt. Dabei kommt es zum Beispiel auch darauf an, ob eine Untersuchung des Hundes mitberechnet wird. Bei uns war das so und die Leptospirose-Impfung kostete Stand Januar 2019 ganze 31,95. Das ist nicht ganz günstig, aber ich schätze unsere Tierärztin sehr. Sie kennt den Labradoodle seit seiner Geburt. Außerdem können wir locker zu Fuß hinlaufen. Das sind die Kosten wert.

Update: im Januar 2020 habe ich für die Fünffachimpfung gegen Leptospirose, Staupe, Hepatitis, Pvovirose und Tollwut insgesamt 57,00 bezahlt.

Es ist natürlich möglich, sich vor der Impfung telefonisch bei mehreren Tierärzten nach dem Preis zu informieren. Dann kann man sich den günstigsten Pieks im Umkreis raussuchen.

Wie und wann Du deinen Hund impfen lassen solltest. So sieht ein Heimtierausweis mit bereits eingetragenen Impfungen aus.

So sieht ein Heimtierausweis mit bereits eingetragenen Impfungen aus.

Wie oft müssen Impfungen wiederholt werden?

Über den genauen Zeitpunkt und die Anzahl der Wiederholungen einer Impfung gibt es unterschiedliche Meinungen.  Impfungen bieten in der Regel mehrere Jahre Schutz. Dabei kommt es aber auch auf das einzelne Tier an. Deshalb  ist es schwierig abzuschätzen, wie lange der Impfschutz tatsächlich anhält.

Der Titer lässt sich im Blut bestimmen

Es gibt natürlich die Möglichkeit durch Blutabnahme und Laborbestimmung zu checken, ob der Impfschutz des Vierbeiners noch ausreichend ist. Aber das bedeutete für den Hund zusätzlich Stress und mehr Gepiekse und für den Halter ordentliche Zusatzkosten.

Wie und wann Du deinen Hund impfen lassen solltest. Vor dem Ipmpfen wird gewogen. 28,4 Kilogramm bringt der Labradoodle auf die Waage.

Vor dem Impfen wird immer erst gewogen. 28,4 Kilo hat der Labradoodle diesmal gehabt.

Tipps zum Impfen von offizieller Stelle

Wir haben für unseren Doodle entschieden, die Kombi-Impfung gegen Staupe, Hepatitis und Parvoviren alle drei Jahre auffrischen zu lassen. Das schlägt auch die offizielle Stelle für Tierimpfungen in Deutschland – die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut – vor.

Außerdem impfen wir einmal im Jahr gegen Leptospirose. Das wird allgemein empfohlen. Leptospirose ist eine weltweit auftretende bakterielle Erkrankung, die tödlich verlaufen kann. Leptospirose kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden.  

Wie und wann Du deinen Hund impfen lassen solltest. 
Nach der Impfung ist der Labradoodle ziemlich schlapp. Er freut sich über Ruhe und liebevolle Zuwendung.

Cäsar nach der Impfung – er braucht jetzt Ruhe.

Vorsicht vor übereifrigen Tierärzten

Einfacher ist es sicherlich, sich an die allgemeinen Impfvorschläge zu halten. Als informierter Tierhalter sollte man übereifrige Tierärzte im Zweifel auch bremsen.  Schließlich wird mit Impfungen Geld gemacht. Deshalb sind Veterinärmediziner häufig interessiert, die Tiere möglichst oft “durchzuimpfen”. So habe ich mir zum Beispiel eine Borreliose-Impfung für den Labradoodle aufschwatzen lassen. Nachdem ich zuhause mehr darüber gelesen hatte, wurde mir klar, dass diese Impfung für einen Hund in unserem Lebensumfeld ziemlich sinnfrei ist. 

Die wichtigsten Impfungen: 

Welpen sollten mit 10 Wochen gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose geimpft werden. Das ist in der Regel eine Kombinationsimpfung- nur ein Pieks.

Nach etwa 4 Wochen folgt die Auffrischungsimpfung. In der Regel ist das wieder die Vierfach-Kombi gegen Staupe, Hepatitis und Parvovirose plus zusätzlich Leptospirose.

Wieder vier Wochen später muss dann die Leptospirose – Erstimpfung aufgefrischt werden.

Frühestens mit drei Monaten, besser aber erst mit 6 Monaten, sollte eine Grundimmunisierung gegen Tollwut erfolgen. Deutschland gilt zwar seit 2008 als tollwutfrei, aber die Impfung gegen Tollwut ist trotzdem sinnvoll. Bei Auslandsreisen wird der Nachweis einer aktuellen Tollwutimpfung gefordert. Auch für die Teilnahme an Hundeausstellungen oder Sportveranstaltungen ist die Tollwutimpfung Pflicht.

Tollwutimpfung für Auslandsreisen auffrischen lassen

Wer mit Hund ins Ausland reist, sollte penibel darauf achten, die Tollwutimpfung alle 3 Jahre aufzufrischen. Achtung: Es gibt auch Länder, die eine Tollwutimpfung verlangen, die nicht älter als 12 Monate ist. Das sollte man seinem Hund aber nur antun, wenn man tatsächlich in so ein Land verreisen möchte.  Ansonsten kann eine Tollwutimpfung sogar bis zu neun Jahren anhalten.

Weitere Impfungen hängen vom Wohnort und den Lebensumständen ab 

Weitere Impfungen empfehlen die Tierärzte individuell – je nach Seuchenlage und den Lebensumständen des Tieres. Dazu gehören zum Beispiel die Impfungen gegen Leishmaniose, Zwingerhusten und Pilzinfektionen. Wir haben unserem Doodle bisher keine dieser Impfungen  verpasst, weil sie nicht notwendig waren.