So schere ich den Labradoodle

So schere ich den Labradoodle

29. Januar 2020 1 Von Abra

Unser Labradoodle verliert keine Haare und deshalb greifen wir mittlerweile so im Schnitt alle drei Monate zum elektrischen Schergerät. Dieser Rhythmus hat sich eingependelt, da wir es schätzen, wenn er relativ kurzes Fell hat. Das ist aber Geschmackssache.

Die erste Schur beim Hundefriseur

Bei seiner ersten Schur war unser Labradoodle 10 Monate alt und seine schwarzen Locken ließen sich kaum mehr auseinanderdrehen. Er war komplett zugewachsen. Schließlich habe ich ihn bei einer Hundefriseurin angemeldet, die mir empfohlen wurde. Sie befahl mir mit einem frisch gewaschenen Hund zu kommen. Also steckte ich den jungen Hund vorher in die Wanne und rubbelte ihn einigermaßen trocken. Als wir schließlich bei der Hundefriseurin eintrafen, erklärte sie mir, dass ich den Hund eigentlich auch komplett trocknen und bürsten hätte sollen. Aber da wir nun schon da waren, hat sie das dann doch übernommen. 

Schur auf einer Art Hebebühne

Der Labradoodle durfte auf einer Mini-Hebebühne Platz nehmen, die wahrscheinlich in der Regel für kleinere Hunde eingesetzt wird und hielt da oben erstaunlich ruhig. Allerdings musste ich ihn die ganze Zeit fest halten, da die Hundefriseurin fürchtete, er könne sonst herunterhüpfen. Sie schnitt etwa zwei Stunden lang an ihm herum. Zunächst mit dem Schergerät, später dann mit der Schere. Da er schon recht verfilzt war, musste sie ihn recht kurz schneiden. Auf mich wirkte er fast nackt, als wir den Hundesalon wieder verließen. Trotzdem waren wir glücklich und gingen ein paar Mal zu dieser Hundefriseurin, die auch gut mit dem Glückshund umgehen konnte. Leider ging die nette Dame dann in Rente und wir mussten uns anderweitig umsehen.

So schere ich den Labradoodle. Cäsar nach der Schur. Diesmal ist die Sommerfrisur sehr  kurz ausgefallen

Cäsar nach der Schur. Diesmal ist die Sommerfrisur sehr kurz ausgefallen

Der zweite Hundesalon war ein Reinfall

Der nächste Hundesalon war genau das Gegenteil. Wir trafen dort auf eine Dame, die recht hektisch an unserem Hund herumfuhrwerkte. Trotzdem dauerte die ganze Aktion eine gefühlte Ewigkeit. Nach geschlagenen drei Stunden habe ich den Labradoodle schließlich aus diesem Salon gelotst. Wir waren beide ziemlich am Ende. Die Hundefriseurin war längst nicht fertig geworden, aber ich merkte, dass der Hund nicht länger still halten konnte. Also gingen wir lieber halb geschoren nach Hause.

Erster Versuch der Schur zuhause

Da unser Hund leider recht erbärmlich aussah, bestellte ich eine Schere mit abgerundeten Spitzen und machte mich damit daran, dem Labradoodle auch den Fellrest – vor allem an den Beinen zu stutzen. Das stellte sich als schwierig heraus, da unser Hund offenbar sehr empfindlich ist, vor allem an den Vorderläufen. Sobald ich mich mit der Schere den kostbaren Läufen näherte, stieß Cäsar jämmerliche Laute aus und versuchte abzuhauen. Es endete damit, dass wir zu zweit vollauf damit beschäftigt waren den Hund zu halten. Einer lenkte ihn mit Leckerlies ab und der andere versuchte mit der Schere an die Beine zu kommen. Mehr schlecht als recht stutzen wir so das Fell zurecht. Die Pfoten ließen wir ganz aus.

Wie schere ich meinen Labradoodle?

Hundebekannte rieten uns, das nächste Mal doch einfach ein professionelles Schergerät zu leihen. In einem Futtermittelshop nicht weit von uns gab es die Möglichkeit eine Hundeschermaschine gegen einen Betrag von 10 Euro pro Tag plus Kaution zu leihen. Nach Ablauf der nächsten drei Monate liehen wir uns das Gerät aus. Es hatte mehrere Schneideköpfe, die auf unterschiedliche Schnittlängen eingestellt werden konnten. Aber es war erbärmlich laut. Unser Labradoodle wand sich erbärmlich und jaulte, als ob wir ihn umbringen wollten. Nur mit Anleinen, Maulkorb anlegen und vielen Wiener Würstchen gelang es uns ihn auf der Terasse zu scheren.

So scherst Du Deinen Labradoodle. In unserem Fall hilft immer ein Schüsselchen mit Leckerlies.

So scherst Du Deinen Labradoodle. In unserem Fall hilft immer auch ein Schüsselchen mit Leckerlies.

Die Lösung: ein leises Hundeschergerät

Nachdem diese Prozedur sehr schweißtreibend und unangenehm für alle Beteiligten war, suchte ich nach einem Ausweg. Im nächsten Zoofachhandel fand ich verschiedene Hundeschergeräte zur Auswahl und unter ihnen auch eines, was flüsterleise sein sollte. Das packte ich ein und wir versuchten die nächste Schur zu starten. Was Wunder- der Labradoodle hielt still. Zumindest relativ still. Offenbar war ihm das laute Geräusch des letzten Schergerätes zuwider. Seither lässt er sich einigermaßen gut scheren. Ja die Pfoten sind immer noch schwierig- vor allem was das Ausschneiden der wuchernden Haare zwischen den Ballen angeht. Und auch die männlichen Weichteile sind sehr empfindlich. Aber mit gutem Zureden und einigen kleingeschnittenen Wiener Würstchen lässt er sich doch ganz anständig das Fell kürzen.

So schere ich den Labradoodle

Jetzt mal Butter bei die Fische – wie gehen wir bei der Schur vor: Wir beginnen immer am oberen Rücken, da toleriert es der Labradoodle am ehesten und gewöhnt sich so schon daran. Dann folgt der Hals und schließlich die Beine. Als nächstes kümmern wir uns um den Kopf. Da beginnen wir meistens rund um die Schnauze und arbeiten uns langsam zu den Augen und Ohren vor. Bei den Augen ist natürlich besondere Sorgfalt geboten. In der Regel schneide ich die mit der Schere mit abgerundeten Spitzuen frei.  Den Rand der Ohren dagegen und auch auf den Ohren wende ich das Schergerät an. Erst ganz zum Schluss gehen wir mit dem Schergerät an seine Männlichkeit und die Pfoten. Wir nutzen dabei für den ganzen Körper meistens einen sechs Millimeter Aufsatz.  Nur für die Pfoten-Zwischenräume nehmen wir einen 3 Millimeter Aufsatz.   Das ist ganz wichtig im Winter. Denn da bleiben oft Eiskristalle und vor allem auch Salz in dem feinen Fell hängen. Allerdings binden wir den Labradoodle zum Scheren an unsere Schaukel an, sonst versucht er abzuhauen. Und wir haben immer ein Schüsselchen kleingeschnittener Wiener Würstchen dabei, um ihn abzulenken, wenn es an unangenehme oder kitzelige Stellen geht.

So scheren wir den Labradoodle. Für kitzelige Stellen wie zum Beispiel der Schur an den Pfoten wird er angeleint.

So scheren wir den Labradoodle. Für kitzelige Stellen wie zum Beispiel der Schur an den Pfoten wird er angeleint.

Auch in den Ohren müssen Haare gekürzt werden 

Besondere Sorgfalt erfordert auch die Pflege der Ohren beim Labradoodle. Hier wachsen die langen Haare oft ins Ohr hinein und verdrehen sich dann dort mit Ohrenschmalz zu Klumpen, die dann irgendwann anfangen zu stinken. Der Labradoodle scheint anfällig für Ohrenentzündungen, deshalb ist es wichtig, auch hier die Haare regelmäßig zu schneiden. 

Unsere erste Hundefriseurin hatte eine Art Mini-Anästhesiezange und rupfte damit dem Labradoodle die Haare aus den Ohren. Also nicht alle, aber doch einige Knäuel. Das lässt er sich aber bis heute nur äußerst ungern machen.

Unsere Tierärztin warnte, dass Haareausrupfen müsse man gaaanz vorsichtig anstellen, um den Hund nicht im Ohr zu verletzen. Deshalb haben wir uns aufs Kürzen der Haare verlegt und ziehen ihm nur dann, wenn es äußerst verklebt erscheint, etwas Haare aus dem Ohr.